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In der Nachbarschaft!

In der Chausseestraße sichern sich unsere Nachbarn ab!

Wer verkauft mir morgens eine Zeitung?

Im U-Bhf. Reinickendorferstraße hat der Kiosk zu gemacht. Da ich aber gern morgens eine Zeitung kaufen möchte, nutze ich die Gelegenheit und mache auf den im Wandel befindlichen, aber mietbaren Kiosk aufmerksam. Man müsste sich sicherlich auf medizinische und chemische Zeitungen spezialisieren, um der täglichen Schering-Meute gerecht zu werden. Aber Platz für die Berliner Zeitung oder die taz bleibt dann alle mal.

Der Bahnhof ist auch vollständig gestrichen worden und kommt sehr elegant daher mit seinen weißen Wänden und dem satten grün. Wer mir morgens eine Zeitung verkaufen möchte, der meldet sich unter:

Urbanis GmbH . Potsdamer Straße 180 . 10783 Berlin . fon: 030 . 256 35 700

zu vermieten

Eine Momentaufnahme vom 26. November 2007: Die Schaufenster sind noch immer gerahmt vom tollen neuen Angebot. Hier gibt es günstige Herren- und Damenschuhe. Man ist noch mitten in der Neueröffnung. Es ist aber auch ein neuer Zettel hinzugekommen. Ein weißes Blatt Papier trägt die Aufschrift:

Zu Vermieten

01774804535

Ein Zeugnis dafür, dass es schon wieder vorbei ist mit der Selbstständigkeit. Doch ich will positiv denken: Sicher hat er einen besseren Standort für seine Schuhe gefunden und möchte nur umziehen.

Soll ich ein Paar kaufen?

Dieses Foto ist am 21. August 2007 aufgenommen. Ein junger Mann hat den Laden gemietet und verkauft für 10 (Herren) oder 15 Euro (Damen) Schuhe. Jeden Morgen bin ich an dem Laden vorbei und machte mich auf dem Weg zur Arbeit. Der junge Mann hatte seine schon aufgenommen: Er stand in dem Laden und wartete. Mit jedem Tag war es mir unangenehmer hineinzuschauen. Er tat mir leid. Niemand besuchte ihn. Ich dachte schon daran ihm den Tipp zu geben, sich ein Laptop mitzunehmen. So hätte er wenigstens in der Zeit surfen können. Aber nein, nie habe ich ihn Zeitung lesend erwischt. Einmal stand er dicht am Fenster und schaute so arg gedankenverloren in den Weddinger Himmel, dass ich mich fast dazu hätte hinreißen lassen ihm Schuhe abzukaufen. Ich konnte gerade noch widerstehen.

Abends, wenn der junge Mann schon nach Hause gegangen war, stand ich häufiger an der Schaufensterscheibe. Ich habe mich oft dabei erwischt nach einem Paar zu schauen, das mir gefällt. Ich hatte nie eines entdeckt.

Existenzgründung auf Weddingsch

Vom Businessplan zur Geschäftsidee zur Existenzgründung. Eine idealtypische Beschreibung. Ich glaube Existenzgründung auf Weddingisch geht einfacher: Man mietet sich eines der vielen freistehenden Ladenlokale und stellt seine Produkte und sich selbst einige Tage – respektive Monate – in den neu gemieteten Raum. An das Fenster schreibt man, um welche Produkte es sich handelt. Ab sofort gilt es zu warten, und zu warten, und zu warten. Solange bis man merkt, das weniger Menschen in den Laden hineinkommen, als draußen vorbeigehen. Die Schere geht so weit auseinander bis man seine Miete nicht mehr zahlen kann. Dann schreibt man an die Scheibe zusätzlich etwas wie „Räumungsverkauf“ oder „Alles muss raus“. Manchmal steht die Neueröffnung auch zusammen mit dem Räumungsverkauf am Fenster, weil alles eben doch sehr schnell ging.

Das ist die These, die es zu überprüfen gilt. In meinem Nachbarhaus gibt es ein solchen mietbaren Raum. Ich werde diesen künftig beobachten. In der Kategorie [der Laden] könnt ihr seine Geschichte verfolgen.