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Der französische Grand Canyon

Der Grand Canyon du Verdon kann sich sehen lassen. Um 6 Uhr ging der Wecker und nach zweimaligem Drücken der Schlummertaste waren wir um halb acht auf der Strecke. Wir waren in den 5,5 Stunden nie gelangweilt von unserer Umgebung. Zunächst ging es vom Chalet hinunter in die Schlucht und dann stromaufwärts entlang des Verdon. Auf der Strecke wartete eine 100 m lange, 200 Stufen supersteil hinabgehende Metalltreppe auf uns. Einige Seilhandläufe und ein kurzer und ein 700m langer Tunnel krönten unseren Ausflug. Am Zielort stand natürlich kein Taxi bereit, dass uns sofort zurückbrachte. Wir mussten auf unsere Dusche geschlagene 50 Minuten Warte- und 20 Minuten Fahrzeit warten. Das war eine große Freude, als wir diese dann trafen.

Azur ist nicht nur die Küste

Wir waren mal auf einer Badeinsel 7 Tage Urlaub machen und verbrachten (abzüglich Jogging) ganze 58 Minuten am Strand. Das ist in diesem Urlaub anders: Wir sehen Wasser und wollen rein. So auch auf dem Weg von der Côte d’Azur zum Grand Canyon du Verdon. Eigentlich wollten wir länger an der Küste bleiben, aber der anvisierte Stellplatz in Ramatuelle war „complete“. Ein anderer Platz war im Umfeld von 5km nicht zu finden, da alle Parkplätze rund um St. Tropez nicht für uns oder unsere Uhrzeit waren. Sie hatten entweder Höhenbarrieren zwischen 1,90 und 2,10 oder waren bereits geschlossen. Schon eigenartig: Ein 24h geöffneter Mittelmeerstrand kann nur bis 19h angefahren werden, weil ab diesem Zeitpunkt die Parkplätze im Umfeld des Strandes Autos zwar noch freigeben, aber nicht mehr aufnehmen.

Wir wollten uns nicht ärgern lassen und sind einen Tag früher als gedacht hoch gefahren: Mitten rein in die Provence. Der Grand Canyon du Verdon war unser Ziel und am Abend unerreichbar. In Villecroze übermannte uns die Müdigkeit und zwang uns zur Nacht. Alles andere wäre eine Tortour und keine Tourtour, wie der Nachbarort von Villecroze heißt. Aber zur „La Tour“ kommen wir später. Weiter in unserer Frankreich-Tour.

Nach einer Nacht in Villecroze, einmal tanken und frühstücken in Aupt nahmen wir wieder Kurs auf die Verdunschlucht. Doch das ankommen sollte sich abermals verzögern, denn im Weg lag der Lac de Sainte Croix. Eine super Entschädigung für das frühere Verlassen der Mittelmeerküste.

Nach der Erfrischung im See ging es zur Schlucht oder vielmehr mit dem Auto drum herum: Wir wollten sie nicht nur sehen, sondern auch unsere Wanderung für den folgenden Tag vorbereiten. Da dies keine Rundkurs werden sollte, wollten wir Ziel- und Ausgangspunkt überprüfen, ob man die im Wanderführer angegebene Infrastruktur wirklich vorfindet. Denn mit einem Taxi sollte es nach der Wanderung vom Ziel- zum Ausgangspunkt gehen. Alle Angaben unseres Wanderführers schienen zu stimmen. Wir nahmen Kurs auf den Ausgangspunkt, das Chalet de la Maline. Auf dem Weg halfen wir einem Familienvater, der die Wander-Planungen für seine Mädels etwas ambitioniert gestaltet hatte und jetzt trampen musste, um ihnen das Auto zu holen. Kaum hatten wir ihn abgesetzt, gabelten wir zunächst ein belgisches Pärchen und später noch ein französisches Pärchen auf, um sie zu ihren Autos zu bringen. Diese standen am Ausgangspunkt unserer Wanderung für den nächsten Tag. Also blieben wir gleich, um früh aufbrechen zu können am Chalet de la Maline.