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Shell versucht in Berlin Freundlichkeit zu verkaufen

Manches kann nur in die Hose gehen. Der Versuch von Shell mitten in Berlin eine neue Dienstleistung anzubieten muss scheitern. Der Berliner gilt als maulfaul, mürrisch und übel gelaunt. Hat Shell das Gegenteil rausgefunden oder hofft auf die vielen Zugezogenen?

Jedenfalls konnte ich vor zwei Tagen bizarre Szenen an der Tankstelle hinter dem Hauptbahnhof beobachten: Auto fährt vor – Fahrer steigt aus und läuft auf Zapfsäule zu – eine weitere Person kommt singend und klingend zur Zapfsäule gesprungen – die Gefahr witternd, beschleunigt der Berliner, um sich als Erster die Zapfpistole schnappen zu können – plötzlich – singende Person fragt freundlich, ob sie helfen kann – Berliner ist irritiert – will schon zurückblaffen – singende Person greift beherzt zu – Berliner ist überrumpelt.

„Ich kann Ihnen gern behilflich sein. Wollen Sie volltanken oder einen bestimmten Betrag einfüllen?“ Wenn der Berliner auch nicht Ja sagt, so sagt er aber auch zu wenig Nein. Zum Abschluss dieses (unnötigen) Dialoges bekommt der noch immer verdutzt dreinschauende Berliner einen Zettel, begleitet von der Aussage „Wenn Ihnen mein Service gefallen hat, können Sie gern einen Euro an der Kasse bezahlen dafür.“, in die Hand gedrückt.

An der Tankstellenkasse wird man nicht gefragt, ob man diesen Euro zahlen will. Sondern die Frage ist subtiler: „Waren Sie mit dem Service zufrieden?“ Antwortet man mit Ja, zahlt man die 10 Groschen. Was wenn ich zwar zufrieden war, aber deswegen noch lange kein Euro bezahlen will. Was, wenn ich vielleicht zufrieden war, aber diese Dienstleistung nie wieder untergejubelt bekommen will. Was, wenn ich vielleicht nicht zufrieden war, aber jetzt, da er schon meinen Tank vollgemacht hat, ihm auch den Euro geben möchte, aber im Umkehrschluss nie wieder in seine Falle tappen möchte?

Ich hoffe für mich und für Shell, dass es nur ein Experiment war.

Tankstellenstopps a la France sind langweilig

Als Beifahrer lohnt ein Aussteigen an französischen Tankstellen so gar nicht. Kein Shop in dem man ein Eis oder ein Brötchen, eine Zeitschrift oder andere wichtige Dinge kaufen könnte. In Frankreich gibt es meist nur Kassenhäuschen in denen alte Männer oder dicke Frauen sitzen, um den genauen Geldbetrag, den der Kraftstoff gekostet hat, entgegenzunehmen.