Schlagwort-Archive: Erfrischung

700 Stufen bei 35 Grad

Wie verhält man sich am besten bei 35 °C? Am besten fährt man bei solchen Temperaturen ans Wasser oder auf luftigere Höhen. Man fährt besser nicht in eine Metropole. Und wenn, dann fährt man am besten nicht zur Mittagszeit zur Hauptattraktion der Stadt. Man fährt besser in einen Park und sucht sich ein schattiges Plätzchen oder geht in ein klimatisiertes Kaufhaus. Und wenn, dann wählt man besser den richtigen Aufgang und nimmt den Fahrstuhl hoch auf die Aussichtsplattform. Man stellt sich besser nicht am einzigen der vier Aufgänge an, bei dem der Aufstieg nur per Treppe möglich ist. Und wenn, dann hat man besser viel zu trinken dabei und trotzdem wenig zu schleppen. Man nimmt besser nicht eine Tasche mit allen Paris nötigen Touristen-Utensilien mit, die man mit hochbuckeln muss. Und wenn, dann stellt man sich auf dem Second Floor an die Schlange an, die im Schatten warten muss. Man wählt besser nicht die Seite, die eine halbe Stunde in der brütenden Sonne in Richtung Fahrstuhl Stück für Stück vorrückt.

Als wir oben waren, hatten wir in dieser Höhe einen rettenden Windzug erwartet. Aber nicht mal ein Lüftchen wehte auf dem Eiffelturm. Wir also wieder runter und ein Eis zu Eiffelpreisen gekauft. Beim Wegschlabbern des teuren Teils revidierten wir den Plan für den Tag. Statt durch die Straßen von Paris zu flanieren, wollten wir nun mit der Metro von Punkt zu Punkt fahren.

Zum Glück gab es an jedem dieser Punkte Stände mit in Touristenwährung erhältlichen Erfrischungen. Oslo mag die teuerste Stadt der Welt sein, aber im skandinavischen Hochsommer muss man nicht so häufig kaltes Wasser kaufen.

Advertisements

Gestern war Wasch- und damit Ruhetag

Wir sind in Saint Aygulf gestrandet, weil es hier eine Waschmaschine gibt. Alle 8 Tage und somit dreimal auf unserer Tour ist Waschtag. Unsere Form von Ruhetag. Von Ruhe(tag) ist bei der Tour de France gerade nichts zu spüren. Während unsere Wäsche sich im Kreis drehte, lasen wir Zeitung. Bei dem Versuch heraus zu finden, wie es bei der anderen Tour steht, erfuhren wir vom ersten Dopingfall, aber nicht wer aktuell im Gelben Trikot steckt. Aus unserer Sicht: Jeder Mann über 45 Jahre. Scheinbar jeder, der sich in seinem Urlaub mit dem Fahrrad fortbewegt, trägt gelb, wenn er vor 1963 geboren wurde. Die Wäsche und wir sind wieder trocken und werden morgen weiter. Noch ein Tag CdA, noch einmal rein ins Mittelmeer, bevor es hoch geht, richtig rein in die Provence.

Sollte jemand beim Lesen auf den Gedanken kommen uns ginge es nicht gut, der irrt. Wir sind trotz dieser Umstände in unserem Urlaub angekommen. Kein Problem für uns auf das azurfarbene Wasser zu glotzen oder stundenlang sandburgenbauende Kinder zu beobachten. Herrlich klingen diese französischen Kinderstimmen, wenn sie sich um Buddeleimer streiten und Konstruktionspläne austauschen. Wir sind mittendrin in der Erholungsphase I. Gerade höre ich den Satz neben mir: „Nach diesen vier Wochen kann ich überall schlafen.“ Der Weißwein ist für heute alle, wir machen die Fackel und das Laptop aus. Es ist gleich Mitternacht. Gute N8.