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Kristinas Elterngeld

Eine Pressemitteilung erreicht meine Aufmerksamkeit. Das Elterngeld sei ein Erfolgsmodell vermeldet das Bundesfamilienministerium. Diesen gefühlten Erfolg würde nun auch eine Studie wissenschaftlich bestätigen. In den dann folgenden Zeilen der Presseinformation bricht die Freude – immer abgesichert durch Zahlen – in jedem Absatz durch. Auch ich freue mich: Über die Existenz dieses Elterngeldes. Über die Möglichkeiten die es bietet. Darüber, dass ich es schon zweimal in Anspruch genommen hatte und sich so gut anfühlte. Aber auch über die Tatsache, dass man 5 Jahre danach häufiger über seine Weiterentwicklung als Abschaffung redet.

Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so. Ich erinnere mich daran, dass der Erfolg des Elterngeldes von einigen immer nur daran gemessen wurde, ob dadurch nun mehr oder weniger Kinder geboren werden. Schön, dass es heute auch darum geht, welche Auswirkungen es hat. Darüber, dass immerhin schon 25,7 Prozent der Väter in Elternzeit (wenn auch meist nur die obligatorischen 2 Monate) gehen. Vielen ist das verständlicherweise noch zu wenig. Aber ist es verboten sich darüber zu freuen, das der Anfang gemacht ist? Aber genug der Details, die es auszuwerten lohnt.

Denn in all die Freude mischen sich interessante Gedanken und mulmige Gefühle. Ich denke darüber nach, wie das Elterngeld wohl geworden wäre, wäre Kristina schon 2007 dafür verantwortlich gewesen. Modelle schießen mir in den Kopf.

Zum Beispiel dieses: Frauen, die ihr Einkommen während der Schwangerschaft um 50% bei gleichbleibender Arbeitszeit reduzieren, können dies nach der Geburt wieder ausgleichen, indem sie dann weiterhin 50% ihres Lohnes für nochmals den gleichen Zeitraum erhalten, aber in dieser Zeit nur jeden zweiten Tag zur Arbeit gehen müssen. Oder noch besser: In der Schwangerschaft für ohne Lohn voll arbeiten und danach wieder Geld kriegen für nicht hingehen.

Oder so: Unternehmen dürfen sich jedes Jahr eine eigene Geburts-Quote überlegen, die sie erreichen wollen. Damit legt das Unternehmen selbst fest, wieviel weibliche Mitarbeiterinnen in dem dafür vorgesehenen Zeitraum schwanger werden dürfen. Im Jahr darauf muss die Quote dann höher ausfallen als im vorangegangenen. So würde Schröder Jahr für Jahr die Geburtenrate pro Unternehmen steigern. Bezahlen muss das keiner, weil ohne ausreichend Kitaplätze, kommen Frauen gar nicht oder nur weniger Stunden pro Woche zurück. So spart das Unternehmen jährlich mehr Personalkosten.

Lächerlich? Klar! Finde ich auch.

Aber genauso lächerlich finde ich die Schröder. Was hilft mir eine Bundesfamilienministerin, die viel über die Probleme redet. Aber immer wenn es konkret wird, freiwillig wird. Ich finde, man kann nicht den Erfolg des Elterngeldes feiern und in der gleichen Rede andere Vorschläge als staatliche Umerziehungsprogramme geißeln und ablehnen. Wunsch und Wirklichkeit bedingen sich einander. Nur wer Leitbilder hat und diese verfolgt kann etwas erreichen. Manchmal hilft darüber zu reden, aber reicht es auch aus? Ich glaube nicht!

Deswegen habe ich drei Wünsche auf einmal:
Liebe Kristina, werde konkret!
Liebe Frau Schröder, hören Sie auf allen alles selbst zu überlassen!
Sehr geehrte Frau Dr., machen Die doch mal etwas verbindliches!

Und kommt mir jetzt bloß nicht mit Kinderüberraschung. Die hilft hier auch nicht.

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