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Klasse(n)show!

St. Tropez erreicht man offensichtlich mit dem eigenen Boot über das Mittelmeer oder mit dem Auto über die N 98. Denn die Bucht war bereits voll Boote und die Straße voll Autos. Wir entschieden uns für den etwas außerhalb gelegenen und kostenlosen Parkplatz am Centre Commercial und das Fahrrad. Es gab sogar einen von der Fahrbahn getrennten zweispurigen Fahrradweg, aber allem Anschein nach nicht für die Sicherheit der Radfahrer, sondern vielmehr für das ungestörte Dröhnen der breiten und flachen Autokisten. In Saint Tropez angekommen, wird sofort klar, hier gibt es alles: hübsch anzusehende Geldbesitzerinnen, hässliche Reiche und unschöne Arme und arme Schönheiten. Alle sind Teil der Klasse(n)show.

Gestern war Wasch- und damit Ruhetag

Wir sind in Saint Aygulf gestrandet, weil es hier eine Waschmaschine gibt. Alle 8 Tage und somit dreimal auf unserer Tour ist Waschtag. Unsere Form von Ruhetag. Von Ruhe(tag) ist bei der Tour de France gerade nichts zu spüren. Während unsere Wäsche sich im Kreis drehte, lasen wir Zeitung. Bei dem Versuch heraus zu finden, wie es bei der anderen Tour steht, erfuhren wir vom ersten Dopingfall, aber nicht wer aktuell im Gelben Trikot steckt. Aus unserer Sicht: Jeder Mann über 45 Jahre. Scheinbar jeder, der sich in seinem Urlaub mit dem Fahrrad fortbewegt, trägt gelb, wenn er vor 1963 geboren wurde. Die Wäsche und wir sind wieder trocken und werden morgen weiter. Noch ein Tag CdA, noch einmal rein ins Mittelmeer, bevor es hoch geht, richtig rein in die Provence.

Sollte jemand beim Lesen auf den Gedanken kommen uns ginge es nicht gut, der irrt. Wir sind trotz dieser Umstände in unserem Urlaub angekommen. Kein Problem für uns auf das azurfarbene Wasser zu glotzen oder stundenlang sandburgenbauende Kinder zu beobachten. Herrlich klingen diese französischen Kinderstimmen, wenn sie sich um Buddeleimer streiten und Konstruktionspläne austauschen. Wir sind mittendrin in der Erholungsphase I. Gerade höre ich den Satz neben mir: „Nach diesen vier Wochen kann ich überall schlafen.“ Der Weißwein ist für heute alle, wir machen die Fackel und das Laptop aus. Es ist gleich Mitternacht. Gute N8.

Cote d’Azur is feehl to’Düerr

San Remo war einer dieser gruseligen Küstenferienorte, wo zuviel Halbstarke zu oft mit ihren Knatter-Rassel-Peng-Tröööttöötötötötöt-Maschinen die Küstenstraße entlang fuhren. Dieser Bewegung folgend, gelangten auch wir zum Ort des abendlichen Geschehens: Ein unscheinbarer Platz, auf dem eine Bühne stand auf der Musik geboten wurde, der sich aber auch prima zum Wenden eignete, bevor es auf die nächste Küstenknattershow ging. Das Wendemanöver wurde auch gern und oft zur Aufnahme von Drinks und Mädchen genutzt. Wir drehten an diesem Platz jedenfalls auch zurück zum Stellplatz und schliefen schnell bis zum nächsten Morgen, um diese Stadt zu verlassen.

Von Italien, ging es nach Frankreich und nach Monaco und wieder nach Frankreich: Immer am Wasser lang! Eine 250 km lange herrlich blaue Küste war nun unser Begleiter. Schön war schon beim vorbereitenden Reiseführer-Lesen der Satz: „Hier kann das Nichtstun 10-40 Euro am Tag kosten“. Gegenbeweise haben wir nicht gefunden.