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Videonachtrag „out of Pankekiez“

Leider klappte es mit dem Hochladen der Videos auf unserer Reise nie. So dass wir diese heute nachschieben. Zunächst ein Eindruck vom Theaterfestival in Avignon:

Dann noch bewegte Bilder von tanzenden Bretonen. Hier in Concarneau und Quimper aufgenommen und zusammengeschnitten. Mit Tracht haben sie leider nie tanzen gesehen:

Dass wir während unserer Tour auf „La Tour“ getroffen sind, hatten wir geschrieben. Um den Satz „Die Tour begann mit 42 Werbeunterbrechungen“ zu unterstreichen, dieses Video für euch:

Dank der Ausreißergruppe dauerte aus Sicht des Straßenzuschauers die 14. Etappe inklusive aller Begleitfahrzeuge ganze drei Minuten. So sah es aus an der Straße, unweit von Villemus:

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Steinerne Krone über den Fluten

Wir mussten feststellen, dass eine vollständig geschlossene Altstadt kein Alleinstellungsmerkmal von Concarneau ist, sondern vielmehr einer typischen Altstadtbauweise entspricht. In St Malo nun trafen wir auf die Krone diesen Types.

Hier sind die Häuser und Mauern vollständig aus dem grauen Granit der Region und bilden eine optische Einheit: eine granitene Zelle sozusagen. Dabei ist das meiste gar nicht alt, sondern nach dem Zweiten Weltkrieg – in dem Luftangriffe St-Malo zu 80% zerstörten – komplett im klassizistischen Stil des 18. Jh. wieder aufgebaut worden. Einzig die Mauer ist komplett erhalten geblieben. Auf dieser sind wir entlang gelaufen und haben die neue alte „Ville close“ in etwa einer Stunde umzingelt (mit Fotos machen).

Einen eigenen Flughafen hat es nicht

Zum Cap Fréhel gelangt man zu Fuß, mit dem Fahrrad, in ganzen Busladungen, mit Auto und individuell oder organisiert per Boot. Alles war da, um über karge Heidekrautflächen zu wandern und die Steilküste, die im Umkreis des Kaps in Tiefen von 72m fast senkrecht abfällt, zu bewundern. Auch Rundflüge zum Kap müssen möglich sein, denn in immer gleichen Abständen kam ein Flugzeug vorbei.

Farbe nur bei Sonne

Als wir die Küste erreichten, erschien sie blass und gar nicht rose. Bretonischer Nieselregen und dicke Wolken machten es möglich. Wir nutzen die Zeit und stopften den ganzen Abend beide Campingplatz-Maschinen voll. Waschen und trocknen für 33 Euro. Am nächsten Morgen endlich strahlend-blauer Himmel auch in der Bretagne. Wir nutzten das schöne Wetter für Ausschlafen, Frühstücken, Ausschlafen.

Da um 15 Uhr der Himmel noch immer blau war, sind auch wir los zur Granitküste, die dank der Sonne ihre Farbe nun angeschaltet hatte. Entlang des Pfades der Zöllner – Sentier des Douaniers – leuchtete die Küste rosefarben und wurde nur von unglaublichen Sandstränden dabei unterbrochen. Grund genug für uns noch einen Tag dran zu hängen, um in Trestraou in den Atlantik zu springen, während andere den Zöllnerpfad für einen 20km-Lauf nutzten und auf der Küstenstraße begleitet von begeisterten Zuschauen und Kommentatoren am Mikro ins Ziel kamen.

Intermarché ist teuer

Als Kind habe ich oft darüber nachgedacht, was es wohl kosten würde, nähme ich alle Produkte meiner Wahl oder besser noch von jedem Produkt im Laden eines mit. Beim Einkaufen in Lannion bekamen wir die Antwort: zwei Millionen und achthundertdreiundfünfzigtausend fünfhunderteinundfünfzig Euro und acht Cent. Nur, dass wir nur 22 Artikel ausgewählt hatten.

Das Einkaufen sollte nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg zum Campingplatz werden. Wir rein in den Laden, Waren unseres Begehrens gewählt und auf das Band gelegt. Kreditkarte abgegeben und gewartet. Die Kartenmaschinen in Frankreich sind etwas langsam – daran hatten wir uns gewöhnt. Aber selbst für französische Verhältnisse dauerte es ungewohnt lang. Begleitet wurde die Wartezeit von immens großen Augen der Kassiererin, sobald sie auf den Bildschirm ihres Rechners starrte. Eilig wurde ein Telefonat geführt und eine weitere Person herbeigerufen. Da erkannten auch wir, was da angeschlagen war. 853551,08 Euro stand auf dem zu uns gerichteten Display. Mehr Ziffern konnte dieses nicht anzeigen – die zwei Millionen hatte es unterschlagen. Der Computer war der Meinung, wir sollten 2,8 Millionen für Butter, Brot, Joghurt und Gemüse zahlen. Eine weitere Person kam und nahm sich unseres Problems an. Sie schloss den Schrank unter der Kasse auf und drückte die befreiende Reset-Taste. Doch auch nach dem minutenlangen Hochfahren, blieb er bei seiner Meinung.

Mittlerweile wurde unsere Kasse für den nachkommenden Kundenverkehr geschlossen. Das Interesse der anderen Kassenschlangen war uns gewiss: Ein Blick auf den Monitor der Kassiererin löste staunende Blicke aus, gefolgt von mitleidigen, sobald man unsere „Beute“ sah.

Ganze 30 Minuten und ein weiteres Reseten später, erklärte man uns in feinem und aufgeregtem Französisch, das alles kein Problem sei, schließlich sei kein Bon aus der Quittiermaschine heraus gekommen. Ungläubig zogen wir weiter. Die nächste Kreditkartenabrechnung kann interessant werden.

Bei Laternenhaus dachten wir an Gas

Und wieder war der Baedecker schuld daran, dass wir die N 12 ein zweites Mal verließen. Diesmal um uns Laternenhäuser aus dem 15.-17. Jahrhundert anzusehen. Beim Lesen dachten wir beide sofort an alte Gaslaternen. Doch die haben wir nicht gesehen und eigentlich wissen wir bis heute nicht was Laternenhäuser sind. Das Ortsbild wird jedenfalls vom 285m langen Eisenbahnviadukt bestimmt und nicht von diesen Häusern. Es lenkte auch uns ab und wir spazierten auf dem Viadukt herum.

Um dann noch herauszufinden, was die Laternenhäuser sein sollten, sind wir in einen Souvenirshop und guckten die Postkarten an. Schnell war klar, wir waren mittendrin: Der Souvenirladen war in einem solchen Haus untergebracht und die Straße, die wir vom Parkplatz zum Fuße des Viaduktes gelaufen waren, voller Laternenhäuser. Ein Bild später ging es weiter: Nur noch einkaufen und dann campen. Mittlerweile war auch klar, welche Küste wir ansteuern würden. Die Côte du Granit rose hatte zwei Baedecker-Sterne und die Côte du Goëlo nur einen.

Schnurrschtracks

Am nächsten Morgen ging es weiter. Noch immer war eine Waschmaschine und ein Campingplatz unser Ziel. Also rauf auf die N 12 und eine der beliebten Nordküsten angesteuert. Beim Fahren kann der Beifahrer so schön vorlesen. Wir ließen uns erneut vom Baedecker aufhalten. Nur noch ein Stopp entfernt, waren wir von sauberer Wäsche. In St Theogénnec sollte uns eines der schönsten Beinhäuser, ein prachtvolles Triumphtor, ein Kalvarienberg mit ausdrucksvollen Figuren und eine lebensgroße geschnitzte Grablegung in der Krypta beeindrucken. Man kann zusammenfassend sagen: Gelungen ist dies nicht.

Dafür haben wir eine Katze geholfen, die nur um unsere Beine schnurrte, damit wir die Kirchentür aufmachten. Schnurrschtracks ist die daraufhin auf den Altar gehüpft und hinter einer Figur verschwunden. Wir haben sie während unseres Besuches nicht wieder gesehen. Wir sind weiter und hatten uns geschworen von keinem umfriedeten Pfarrbezirk der Bretagne uns mehr aufhalten zu lassen – auch wenn sie in der sakralen Kunst Europas ein einzigartiges Phänomen darstellen. Sollen andere sich die weiteren, vom damalig blühenden Tuchhandel bezahlten, heutigen Touristenmagneten angucken fahren.