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20 Jahre Mauerfall

Einheit

Auf der Grünfläche Chauseestraße/Liesenstraße steht das von Hildegard Lest bereits 1962 – also ein Jahr nach dem Mauerbau – entworfene Kunstwerk „Wiedervereinigung“. Es wurde damals so aufgestellt, das mit Blick in Richtung des Grenzüberganges Chausseestraße es aussah, als reichten sich zwei Menschen über eine Kluft die Hände.
Heute ist diese Kluft verschwunden und der Grenzübergang Chausseestraße würde beim Passieren der ehemaligen Kontrollstelle ohne die aufgestellte Erinnerungsplexitafel unbemerkt bleiben. Die Wiedervereinigung, die sich Hildegard Leest 1962 wünschte, ist bereits 20 Jahre Realität. Ost und West haben sich die Hände gereicht – zumindest einige.

Als ich vor einigen Tagen auf die Grünfläche einbog, leuchtete die aus Muschelkalkstein gefertigte 2,40 Skulptur heller als an anderen Tagen. Das Kunstwerk wurde „neuzeitlich interpretiert“ und von einem Unbekannten um einen orangefarbenen Plus-Einkaufswagen erweitert. Wollte uns dieser nicht entdeckte Interpret damit sagen, das die fehlende Warenvielfalt, der eingeschränkte Konsum und die häufigen Versorgungsengpässe den Wunsch von Hildegard Leest erfüllten?

Madeira erleben!

madeiraerleben

Das Wetter in Berlin ist nicht hübsch. Wenn es wenigstens richtig knackend kalt wäre. Aber nein, der November musste wieder beweisen, wie eklig er sein kann. Die beste Zeit, um Werbung für die Sonne zu machen. Kein Wunder also, dass in den U-Bahnhöfen vermehrt Plakate von nah liegenden Sonnenzielen zu sehen sind. Malta wirbt um seine Gäste – wobei ich da skeptisch bin, ob diese Reise ausreicht. Die kanarischen Inseln werben auch um uns. Da wir in den vergangenen zwei Jahren Weihnachten jeweils dort hin geflüchtet waren, wissen wir, dass die Plakate unter den Möglichkeiten der Inseln bleiben. Niemand sollte sich von den wenig knackigen Farben ablenken lassen und hinfahren, es lohnt sich.

Madeira wirbt auch für sich und hätte uns mit den Plakaten auch überzeugt, hätten wir nicht ohnehin längst gebucht gehabt (Verwaltungswissenschaftlerin). Für uns geht es in diesem Jahr also nach Madeira. Genauer gesagt schraubt der Flieger sich in in 2,5 Stunden in den Himmel. Für euch probieren wir die Netzdichte der Insel aus und halten euch hier auf dem Laufenden….

Hinter den goldenen Häschen!

Wenn mich jemand fragt wo ich wohne, sage ich: Kurz hinter den Goldenen Häschen! Ich mag diese Beschreibung, weil ich somit auf das „Kaninchenfeld“ aufmerksam machen kann, welches sich auf der Chausseestraße auf Höhe des ehemaligen Grenzüberganges befindet. Die von Karla Sachse 1999 installierten Hasen faszinierten mich schon länger. Oft fuhr ich mit dem Fahrrad über sie hinweg. Richtig aufgefallen sind sie mehr erst, als die Straße saniert wurde und die Häschen fein säuberlich im neuen Teerbelag ihren Platz zurück bekamen.

Zu lange wusste ich nicht, was die Hasen mir sagen wollten. Bis endlich eine Studentin der Stadt- und Regionalplanung eine Antwort parat hatte: Die Häschen seien die Einzigen, die früher an dieser Stelle ungehindert die Straße überqueren konnten. Sie seien eine Erinnerung an die Teilung der Stadt. Kunst kann so schön sein!