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Hier will jemand sein Image aufpolieren. Die Betonung liegt auf ‚will‘!

Kaiserskampagne

Seit Anfang April sind die Plakate unübersehbar in der Stadt. Und … sie wollen nicht verschwinden. Scheinbar ist der Ruf noch immer nicht wieder hergestellt. Seit dem die Kassiererin Barbara E., genannt Emmely nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt worden ist, weil sie Pfandbons im Wert von 1,30€ unterschlagen haben soll, hat der als herzlos geltende Arbeitgeber Kaiser´s offensichtlich Imageaufbesserungsbedarf.
Auf den Plakaten werben Filialleiter für ihre Supermarktkette und behaupten, das bei Kaiser´s das Herz schlägt. Wenn man das schon plakatieren muss, dann scheint es wirklich nicht nur an den Kühltheken der Filialen kalt zu sein.

Nur frage ich mich bei jedem Vorbeifahren, welche Werbeagentur sie beim Erstellen der Kampagne beraten hat. Denn nicht nur ich sehe die Lücke in der Mitte des Gruppenbildes. Was will uns der durch das Brandenburger Tor blau scheinende Himmel sagen? Müsste hier Emmely stehen? Warum ist sie nicht mehr da? Wegen 1,30€? Welche Agentur das auch immer verzapft hat, die eigentliche Aussage der Plakate ist doch nicht die darauf gedruckte Botschaft, das das Herz dieser abgebildeten Filialleiter für „Kaiser´s schlägt, weil sie ein Teil Berlins sind.“ Ich kann für die Agentur nur hoffen, dass sie in diesem Rechtsstreit Partei ergriffen haben und ihrem Kunden eine doppeldeutige Aussage untergejubeltn. Oder wurde gar keine Agentur zu Rate gezogen? Dann gäbe es wenigstens eine Erklärung für diese flache und empathiefreie Werbebotschaft, die ich gar nicht erst näher beleuchten möchte.

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