Archiv der Kategorie: out of Pankekiez

wir ham unsern kiez verlassn

Von Cabo Girao 580m runter

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Eine der höchsten Steilküsten Europas stürzt auf Madeira 580m senkrecht zum Meer hinab. Beim Blick abwärts sieht man kleine und kleinste Terrassenfelder am Hang. Ganz unten am Küstensaum einzelne Felder, die mit einer Seilbahn erreichbar sind. Andere der für Madeira so typischen Terrassenfelder können nur von abgeseilten Bauern mit der Hand bewirtschaftet werden.

Bürgerbüro-Wettbewerb hätte nur Sieger

Seit 1976 stellt die sozialdemokratische Partei (PSD) ohne Unterbrechung die Mitglieder der Regierung von Madeira. Seit 1978 ist Alberto Joao Cardoso Goncalves Jardim Regionalpräsident (PSD). Zuletzt wurde der rechtspopulistische und unter Korruptionsverdacht stehende Politiker 2004 in diesem Amt bestätigt. Die PSD stellt auch die meisten Bürgermeister. Die PSD ist im deutschen Sinne allerdings eher eine liberal-konservative Partei, als eine sozialdemokratische. Konservativ ist auch die Gestaltung ihrer Bürgerbüros. Hier beispielhaft die Aufnahme aus Jardim do Mar. Ich hätte ähnliche Bilder auch in Santo da Serra, Sao Vicente oder Machico aufnehmen können, lediglich die Häuserfarbe hätte variiert.

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Seit 50 Jahren angeschlossen

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Madeira ist im Inselinneren so gut wie unbewohnt und im Norden weit weniger Einwohner als im Süden. Dort wohnen allerdings die meisten in Funchal, die Hauptstadt hat 120.000 Einwohner und damit die Hälfte aller Madeirenser.

Bei unserem ersten Ausflug – nach Jardim do Mar – wurde uns dies vor Augen geführt. Die kleine Siedlung hat eine überdimensionierte Strandpromenade ohne angeschlossene Infrastruktur (wozu?). Es gibt inmitten der engen Gässchen, die alle nur zu Fuß passierbar sind, eine Kirche, die nach dem Vorbild der Notre-Dame in Paris errichtet worden sein soll. Doch vergleicht selbst:

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Es gibt sogar eine Bar namens Joe, die allerdings geschlossen war. Was uns nicht begegnet sind, sind Einwohner. Das mag auch mit daran liegen, dass die Menschen früher ihre Siedlung nur über Saumpfade erreichen konnten. Erst Ende der 60er Jahre wurde Jardim do Mar durch eine Straße an die Zivilisation angeschlossen. Die Menschen mit Fotoapparat in der Hand haben wir mal nicht mitgezählt.

Palheiro do Massapez

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Das wir in den ersten Tagen nichts gebloggt haben, liegt in erster Linie an unserem Häuschen, dem Gärtchen, der Aussicht und dem Wetter. Gemütlich haben wir es angehen lassen und jeden Sonnenstrahl genossen, der uns auf den Bauch schien.

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Außerdem werden wir täglich von den weiteren Bewohnern dieses Hauses abgelenkt. Morgens und abends wollen die Kitties ihr essen haben, zwischendurch darf es für die Katzenmutter Pauline (die übrigens schon wieder trächtig ist) gern eine Streicheleinheit extra sein.

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Dann sind noch die Eidechsen auf der Mauer zu erwähnen, die drei bisher getöteten Kakerlaken und die von hcp auf unserer Arbeitsplatte mit einem Kochlöffel erschlagene Maus. Ansprechen möchten wir in diesem Zusammenhang auch den Hahn der Nachbarn, der das mit dem Krähen am Morgen nicht ganz so genau nimmt. Mal ist es nachts um 4h mal morgens um 7h. Bis letzter Woche Mittwoch hatte er auch drei Hühner mit im Stall.

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Das Häuschen hat natürlich auch ein Gästebuch für das bisschen Neugier, auf was man wegen der fehlenden „Bunte“ im Urlaub sonst verzichten müsste. Gute Tipps und nette Geschichten kann man darin lesen. Wir haben einen guten Eindruck von unseren Vormietern gewonnen. Die Hausbibliothek, die sich über Jahre angesammelt hat, wurde uns ans Herz gelegt. Darin sind so tolle Bücher wie:

  • Der Eid der Heilerin von Posie Graeme-Evans
  • Mauern aus Holz von Alexander Kent
  • Rough Justice von Jack Higgins
  • A good day to die von Simon Kernick
  • Die Frau mit den Regenhänden von Wolfram Fleischhauer
  • Devils kiss von Robert Gregory Browne
  • Angsttage von Andrea Kane
  • Das Judasgift von Scott McBain
  • Verborgene Gefühle von Nora Roberts

Vielleicht doch nicht die richtige Lektüre für einen wohligen Kaminabend. Da starren wir lieber nur direkt ins Feuer.

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Berühmte Ärsche

Was lobe ich mir einen citynahen Flughafen. Dieser Hinweis sei vorab erlaubt: Sollte jemand unter euch einen Verein zur Rettung des Flughafen Tegels gründen wollen? Wir sind dabei!

Dank des Standortes und des Internets wussten wir, dass unser Flieger 40 Minuten Verspätung haben wird. Wir waren offensichtlich die einzig beiden Teilnehmer des Fluges AB 1306, die im Besitz dieser hilfreichen Information waren. Nicht nur, dass wir später als geplant zum Flughafen rüber gefahren sind. Auch die Abläufe zwischen Check-In, Security-Check und Non-Duty-free-Shopping gingen uns entspannt von der Hand. Alle anderen Madeira-Reisenden saßen bereits brav am Gate 44 verteilt, an dem noch immer die ursprünglich geplante Abflugszeit angeschlagen war.

Für uns war Zeit genug, um über berühmte Menschen ebenso zu stolpern, wie über Ärsche. Alle anderen saßen brav bereit, um zur Abflugszeit endlich mit der Durchsage konfrontiert zu werden, dass diese sich um 40 Minuten verzögern wird.

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Madeira erleben!

madeiraerleben

Das Wetter in Berlin ist nicht hübsch. Wenn es wenigstens richtig knackend kalt wäre. Aber nein, der November musste wieder beweisen, wie eklig er sein kann. Die beste Zeit, um Werbung für die Sonne zu machen. Kein Wunder also, dass in den U-Bahnhöfen vermehrt Plakate von nah liegenden Sonnenzielen zu sehen sind. Malta wirbt um seine Gäste – wobei ich da skeptisch bin, ob diese Reise ausreicht. Die kanarischen Inseln werben auch um uns. Da wir in den vergangenen zwei Jahren Weihnachten jeweils dort hin geflüchtet waren, wissen wir, dass die Plakate unter den Möglichkeiten der Inseln bleiben. Niemand sollte sich von den wenig knackigen Farben ablenken lassen und hinfahren, es lohnt sich.

Madeira wirbt auch für sich und hätte uns mit den Plakaten auch überzeugt, hätten wir nicht ohnehin längst gebucht gehabt (Verwaltungswissenschaftlerin). Für uns geht es in diesem Jahr also nach Madeira. Genauer gesagt schraubt der Flieger sich in in 2,5 Stunden in den Himmel. Für euch probieren wir die Netzdichte der Insel aus und halten euch hier auf dem Laufenden….

2. Sieg im 2. Spiel

Die G-Jugend vom FSV Berolina Stralau 1901 I besiegte am heutigen Samstag auswärts die Kicker vom VfB Sperber Neuköln 1912. In der Bergiusstraße trennten sich die Nachwuchshoffnungen 0:9. In der nächsten Woche müssen die Stralauer auswärts in Kreuzberg gegen Berlin Hillalspor I ran.