Archiv der Kategorie: notiert

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Hausfrauen-WE beendet

Ich habe mich am Wochenende atypisch verhalten und ganz viel gebacken. Der ganze Pankekiez roch nach Butterplätzchen. Ohne Übertreibung: zumindest unser Hausflur und die Bude. Meine Kollegen hat es heute gewundert, aber auch gefreut.

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Geschichten erzählen! Heute: Vom Vermieter

Fast jeder kann Geschichten von Vermietern erzählen. Erlebter Ärger ist meist die Grundmelodie der Schilderungen. Vermieter, die die Kaution nicht voll zurückzahlen wollen. Vermieter, die bei der Wohnungsabnahme ihr Gesicht zur Faust geballt durch die Räume wandeln und die einstmals erhaltene Wohnung als Palast schildern. Aber nicht nur beim Ein- und Auszug, sondern auch während der Mietzeit kollidieren die Ineressen. Vermieter, die Baulärm nicht hören wollen. Vermieter, die bei Instandsetzungen und notwendigen Sarnierungen stets den Mieter, aber nie sich selbst in der Pflicht sehen. Und wenn, dann gern mal mit Baumarktplunder um die Ecke kommen und sich nicht scheuen über dadurch notwendige Mieterhöhungen zu reden.

Der Höhepunkt meiner Vermieterbegegnungskarriere war zweifellos am Potsdamer Humboldtring. Wir wohnten in der 16. Etage und hatten einen „Kellerraum“ in der unter uns liegenden Etage beim Einzug zugewiesen bekommen. Genauer gesagt, hatten die Vermieter es beim Einzug vergessen. Da unser Mietvertrag aber einen Kellerraum auswies, fragten wir einige Wochen später nach und bekamen fernmündlich die nötigen Informationen. Wir vereinbarten telefonisch, den Raum „92“ zu nehmen, da dieser (weder gefüllt, noch mit einem Schloss versehen) von beiden Seiten als freier Kellerraum identifiziert wurde. Fortan lagerten wir persönliche Gegenstände, handwerklich notwendige Gerätschaften, Eingelegtes und Tetrapaks dort. Eines Abends war die Milch alle und ein Gang in die 15. Etage notwendig. Dort blickten wir in einen fast besenreinen Raum und riefen die Polizei. Das Schloss war aufgebrochen und der Dieb ließ dieses und einmal Meisenfutter zurück. Auf Nachfragen bei Bauarbeitern – die sich für Renovierungsarbeiten seit Wochen im Haus aufhielten – bei Vermieter und Hauswart ergab, dass auf Anweisung des Vermietungsbüros der Hausmeister die Räume leerte. Der Grund für diese Säuberungsaktion war verwaltungswissenschaftlicher Natur. Man wollte nicht weiter akzeptieren, dass Kellernummer und Wohnungsnummer nicht immer identisch waren. Auf diese Spur wurden wir durch Verrat und Widersprüche geführt, Geständnisse folgten dem nicht. Wir entdeckten später sogar Fotos von uns auf einem Dreckhaufen vor dem Haus. Aus der erstatteten Strafanzeige habe ich eines lernen dürfen: Diebstahl ist kein Diebstahl, wenn jemand die Sachen entwendet, um sie auf den Müll zu schmeißen. Diebstahl ist nur dann Diebstahl, wenn jemand die Sachen entwendet, um diese zu behalten oder zu verkaufen. So blieb uns nur der Weg einer Zivilklage auf Schadensersatz. Wir waren dazu allerdings zu (amts)müde.

Diese und anderen Begegnungen lehrten mir Vorsicht. Seit über vier Jahren nun wohnen wir im Pankekiez und täglich muss ich neu lernen, dass diese Vorsicht hier unangebracht ist. Die Begegnungen mit unserem Vermieter waren von Beginn an von Freundlichkeit und Verständnis geprägt. Wir kennen uns untereinander. Hier wird alles repariert, hier wird geholfen und hier wird vertraut. Unser Vermieter ist kein Immobilieninvestor. Er ist an Haus und Menschen interessiert.

Als nun ein 30jährige Mieter nach 30 Jahren auszog und Bauarbeiten (Dielen, Fliesen, Wände) nötig wurden, wurde es natürlich für wenige Tage etwas lauter. Es war eigentlich nicht der Rede wert. Unser Vermieter sah dies anders und entschädigte uns für die Belästigung mit einer Präsenttüte (siehe Bild). Wo gibt es heute noch sowas?

Am 10. Oktober wählen gehen!

32 Personen, die hier etwas bewegen wollen. Am 10. Oktober wird der neue Quartiersrat gewählt. Du kannst entscheiden, welche 20 Personen die Quartiersentwicklung künftig mitbestimmen. Am morgigen Mittwoch kannst du dir ein eigenes Bild von den KandidatInnen machen. In der Adolfstraße 12 stellen sie sich im Kiezplenum vor. Am Freitag sind die Wahllokale geöffnet und du kannst deine Stimme abgeben.

Wer darf wählen?

Wenn Du in diesen Straßen und Hausnummern wohnst, arbeitest oder ehrenamtlich aktiv bist, kannst Du am 10. Oktober den neuen Quartiersrat mitbestimmen.

Gebietskarte und Straßenverzeichnis des Wahlgebietes:

Adolfstraße; Amsterdamer Straße 10-17A; Antonstraße 10-37; Gerichtstraße 1-31; 56-86; Grenzstraße 8-11; Hochstraße 9-46; Kolberger Straße; Kösliner Straße; Kunkelstraße 11,13; Malplaquetstr. 5-16B, 27-43; Maxstr.; Nazarethkirchstr. 36-46; Neue Hochstr. 21-30; Orthstr. 1,10; Pankstr. 9-29; 70-92, 92; Plantagenstr.; Prinz-Eugen-Str.; Ravenéstr.; Reinickendorfer Str.11-35, 55, 74-122; Ruheplatz 4, 15-18; Schererstr.; Schönwalder Str.; Schulstr. 16-40, 102-119; Turiner Str. 1-38; Uferstr. 13-18; Utrechter Str.23-48; Weddingstr.; Wiesenstr.

Wo wird gewählt?

  • Lernothek, Gerichtstraße 19
  • Quartiersmanagement Pankstraße, Adolfstraße 12
  • Nachbarschaftsladen, Maxstraße 14

Mehr Informationen zur Wahl hier auf den Seiten des Quartiersmanagement.

Eins – einser geht es nicht

Die Straße des 17. Juni war mal wieder gesperrt. Diesmal wurde die größte Fanmeile eine Festmeile zum Tag der deutschen Einheit. Vom Pariser Platz kommend ging es, am Brandenburger Tor vorbei, hinein ins Getümmel. Da der Zugang zur Festmeile aber gleichbedeutend war mit dem Zuschauerplatz vor der Bühne, trafen wie immer Stehwillige und Bewegungsbereite hart aufeinander. Es gibt zwei Möglichkeiten, dies in Zukunft zu umgehen: Entweder merke ich mir endlich mal, dass man zur Festmeile (egal zu welchem Event) hintenrum hin geht oder aber die Veranstalter besorgen sich einen Einlasslogistiker. Vorschläge für besseren Zu- und Abfluss von Menschenmengen hatte jeder im Getümmel befindliche. So kam es auch, dass wir die 15 Minuten Weg mit einer viertel Stunde Gequatsche über die Situation in der wir uns befanden inkl. ihrer Verbesserungsmöglichkeiten, verbrachten. Wir waren zumindest in diesen 15 min Eins, einser ging es nicht.

Angekommen auf der Festmeile bot sich das gleiche Bild wie immer: zwischen den Fress- und Saufständen stolzierten viele mit Regionalexpresszügen herangekarrte Brandenburger Jugendliche laut umher. Nicht unerwähnt bleiben soll die dem Tag angemessene Dekoration: schwarz-rot-goldene Luftballons machten dieses Fest vom – sagen wir mal Oktoberfest – unterscheidbar. In einem waren sich Ost und West an diesem Abend auch einig: Softeis wollte keiner. So sind auch wir ohne Eis nach Hause. Hier haben wir eh das Dauereinheitsfest, die ständigen 2+4-Verhandlungen, das ständige aneinander annähern. Wir wären ohne Einheit gar keine geworden.

Shell versucht in Berlin Freundlichkeit zu verkaufen

Manches kann nur in die Hose gehen. Der Versuch von Shell mitten in Berlin eine neue Dienstleistung anzubieten muss scheitern. Der Berliner gilt als maulfaul, mürrisch und übel gelaunt. Hat Shell das Gegenteil rausgefunden oder hofft auf die vielen Zugezogenen?

Jedenfalls konnte ich vor zwei Tagen bizarre Szenen an der Tankstelle hinter dem Hauptbahnhof beobachten: Auto fährt vor – Fahrer steigt aus und läuft auf Zapfsäule zu – eine weitere Person kommt singend und klingend zur Zapfsäule gesprungen – die Gefahr witternd, beschleunigt der Berliner, um sich als Erster die Zapfpistole schnappen zu können – plötzlich – singende Person fragt freundlich, ob sie helfen kann – Berliner ist irritiert – will schon zurückblaffen – singende Person greift beherzt zu – Berliner ist überrumpelt.

„Ich kann Ihnen gern behilflich sein. Wollen Sie volltanken oder einen bestimmten Betrag einfüllen?“ Wenn der Berliner auch nicht Ja sagt, so sagt er aber auch zu wenig Nein. Zum Abschluss dieses (unnötigen) Dialoges bekommt der noch immer verdutzt dreinschauende Berliner einen Zettel, begleitet von der Aussage „Wenn Ihnen mein Service gefallen hat, können Sie gern einen Euro an der Kasse bezahlen dafür.“, in die Hand gedrückt.

An der Tankstellenkasse wird man nicht gefragt, ob man diesen Euro zahlen will. Sondern die Frage ist subtiler: „Waren Sie mit dem Service zufrieden?“ Antwortet man mit Ja, zahlt man die 10 Groschen. Was wenn ich zwar zufrieden war, aber deswegen noch lange kein Euro bezahlen will. Was, wenn ich vielleicht zufrieden war, aber diese Dienstleistung nie wieder untergejubelt bekommen will. Was, wenn ich vielleicht nicht zufrieden war, aber jetzt, da er schon meinen Tank vollgemacht hat, ihm auch den Euro geben möchte, aber im Umkehrschluss nie wieder in seine Falle tappen möchte?

Ich hoffe für mich und für Shell, dass es nur ein Experiment war.

Es wird Winter in Berlin

Nicht nur ich habe heute die Heizung angemacht. Samstag konnte ich beim Einkaufen sehen, dass auch die Läden sich auf den Winter einstellen. Die Crocs gibt es im angesagten Herbst-Lila mit Winterkuschel-Fell.

Die neue (nicht mehr vorhandene) Bezirksgrenze

These: Ab 2012 verläuft die Grenze zwischen Wedding und Mitte wie dargestellt.