Dann eben auch ein Steak mit Pommes bitte

Wir haben das Abenteuer gewagt und sind in Bollene in ein Restaurant gegangen. Wir hatten noch nicht gefrühstückt und lechzten nach unserem ersten Kaffee. Allerdings war für die Mehrheit der Franzosen schon Mittagszeit. In der Mitte des Restaurants stand ein Buffett bereit. Wir freuten uns darüber besonders, denn wir dachten, dass kriegen wir der Kellnerin verklickert, dass wir nur davon was wollen. Die erste Dame kam. Auf die Frage, ob sie englisch spräche gab es keine Antwort, sondern die direkte Flucht. Die Kollegin wurde geholt. Aber auch die sprach nicht mehr als 7 Worte Englisch. Auf Französisch erklärte sie uns die Karte und babbelte auf uns ein. Wir wiederholten mehrmals den Wunsch nach einem Espresso und einem Cafe au lait. Keine Chance. Kaffee zur Mittagszeit gibt es nach französischer Nahrungsaufnahmenreihenfolge nach dem Essen. Noch immer redete die Kellnerin auf uns ein und zeigte auf französische Worte, die sie uns auf französisch erläuterte. Langsam fragten wir uns, wie wir das ausstellen könnten. Buffet gab es offensichtlich nicht ohne Menübestellung und Kaffee ohne Essen war offensichtlich auch nicht vorgesehen. Ein Frühstücksangebot enthielt die Speisekarte nicht und selbst wenn, hätten wir es sicher nicht mehr bekommen. Uns schien kein anderer Weg zum Kaffee möglich, als über ein Steak mit Pommes. Also orderten wir zwei Menüs. Jetzt galt es nur noch bei den drei Gängen zwischen den jeweiligen 5 Angeboten zu wählen. Steak mit Pommes und Fisch mit Reis schien uns eine gute Kaffeebeilage. Mit dieser Bestellung war auch der Weg zum Buffet frei geworden. Offensichtlich war dies für alle der erste Gang an diesem Sonntag. Nach dem wir davon genascht hatten, waren wir unserem Kaffee einen Schritt näher. Aber bringen wollte sie ihn uns noch immer nicht. Auf unserer erneute Nachfragen erhielten wir wieder verdutzte Gesichter zur Antwort und französische Gegenfragen. Offensichtlich waren wir beharrlich genug. Wir einigten uns mit der Kellnerin darauf, dass Steak und Fisch zusammen mit dem Kaffee serviert werden dürfen. Beide Seiten waren erleichtert. Das nennt man Restaurantdiplomatie. Sie hatten den ursprünglichen Kaffeeplatz etwas verteidigt und wir waren froh, dass er jetzt bald käme.

Fisch und Steak kamen und wir stocherten daran herum. Der Kaffee war nun schon zu riechen und stand wenige Minuten später auf unserem Tisch. Wir ignorierten sowohl Steak als auch Fisch und bestellten gleich einen zweiten. Ohne erneute Abwehr brachte die Kellnerin diese. Wir mussten nur noch ein Dessert aussuchen und durften dann unseren dritten genießen. Mit vollen Bäuchen machten wir uns wieder auf die Reise, weiter Richtung Ardeche.

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